DAS "SAU ÖRGELCHEN" MACHT KARRIERE!!!
Lesen und Hören?
Der Geburtstsag des Urakkordeons
Beschrieben wird dessen bahnbrechende Erfindung als
kleines Kästchen mit einem Blasebalg, an dessen Bodenplatte fünf Tasten angebracht sind. Drückt man diese, so ertönt jeweils ein Akkord. Damit war es möglich zu spielen, ohne geschulte Vorkenntnisse haben zu müssen.
Dieses außergewöhnliche Instrument fand rasch eine große
Anzahl von Liebhabern, weshalb immer mehr Akkordeon-Firmen gegründet wurden. Intensiv wurde daran gearbeitet, die Idee auszudifferenzieren, weiterzuentwickeln und im Zuge der Industrialisierung soweit als möglich maschinell herzustellen, womit das Akkordeon etwas erschwinglicher wurde.
Diese faszinierende, leicht portable Neuigkeit erlaubte es,
ihres durchdringenden volltönenden Klanges wegen, eine ganze Band zu ersetzen. Durch ihre beachtliche Lautstärke eignete sie sich hervorragend als Straßeninstrument.Die Handhabung war denkbar einfach: indem man die Knöpfe bzw. Tasten bediente und den Balg bewegte, erklangen die fixierten Töne. Sie waren so aufeinander abgestimmt, das „hässliche Misstöne“ vermieden wurden. Beinahe 100 Jahre lang wurde diese „Diatonische Zieharmonika“ nach Gehör erlernt und gespielt.
Erst in den 1920er Jahren, als das chromatische
Gleichton-Akkordeon erfunden wurde, kamen notierte Akkordeonstücke auf. Daraufhin wurde komponiert, womit sich die Spielweise differenzierte und spezialisierte.
Zurück zu den Kinderjahren des Akkordeons.
Zu dieser Zeit 1850 hatte Europa einen rasanten Bevölkerungszuwachs zu verzeichnen. Die damit verbundene Arbeitslosigkeit und Verelendung, u.a. die Hungersnot in England und Irland wegen der ausbleibenden Kartoffelernte, veranlasste zwischen 1841 und 1913 über 7 Millionen Menschen ihr Glück in anderen Ländern und auf anderen Kontinenten zu suchen. Unter den Auswanderern waren u.a. Angehörige von Firmen und Handwerker.
Was sie dabei hatten, waren tragbare
Instrumente wie Geige, Flöte und das Akkordeon. Wo auch immer das Akkordeon auftauchte, wurde es voller Bewunderung angenommen und in die heimische Musikkultur integriert. Die Nachfrage nach dieser Wunderkiste war so groß, dass nicht nur in Deutschland die Firma Hohner und andere kleinere Firmen boomten, sondern auch in Paris, Italien und der Schweiz stieg der Export atemberaubend an. Exportiert wurde auch in asiatische und arabische Gebiete, Persien, Sudan, Israel, Beirut, Australien, Lateinamerika und Amerika.
Eine besondere Herausforderung für die Hersteller waren die
tropischen Länder sowie die östlichen Kulturen: die Qualität war hier sehr wichtig, denn das Holz und seine Verarbeitung, die Metallteile ebenso wie die Wachanteile müssen extremer Hitze, Trockenheit, Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen gewachsen sein. Auch wurden spezielle Stimmungen von ¼ Tönen verlangt, aus der sich die Musette-Schwebung entwickelte.
Nach einer kurzen Nachkriegsblütezeit
ging das Akkordeon um 1960 seinem vorläufigen Niedergang entgegen. Mit der aufkommenden elektronischen Musik verschwand es zusehens vom Markt.
Erst Ende der 1970er Jahre wurde das Akkordeon ein
klanglich und technisch vollwertig respektiertes Instrument. Heute sind seine vielseitigen Ausdrucksmöglichkeiten aus keiner Musikrichtung mehr wegzudenken. Allerdings hat sich die Herausforderung an die Lernenden mit entwickelt. Der Sound des Akkordeons weckt die unterschiedlichsten Assoziationen der Spieler und Zuhörer – hierdurch hat es neu an Attraktivität gewonnen.
Zusammenfassung von Angelica Paulic
